Offene Formate in Microsoft Word — ein eher verhaltener Start
Beitrag Nr. 3
Hmmh, in diesen Zeilen scheint es dauernd um Microsoft zu gehen. Eigentlich komisch für eine Journal, das sich mit Freier Software und Freien Inhalten beschäftigen will. Allerdings, der doppelte Start von Microsoft Windows Vista und Word 2007 wirkt sich wohl auf fast alle Computernutzer aus.
Deshalb geht es auch heute um Microsoft, und zwar um die Verwendung von Dateien im Format OpenDocument (ODF) in Microsoft Word 2007. Ja, richtig, man kann nun tatsächlich Dokumente in Word als ODF abspeichern und ODF-Dokumente in Word öffnen und bearbeiten. Für altgediente Microsoftler muss dies wie der Einfall der Barbaren wirken.
Bevor man sich aber zu sehr freut: Ganz so super funktioniert das noch nicht. Ich hab’s mal ausprobiert: Zuerst hab ich mit meinem Windows XP das Programm “Windows Update” ausgeführt, wie von Microsoft empfohlen (siehe letzte Woche). Dort habe ich die “Schnellsuche” ausgewählt und dann “Wichtige Updates” installiert. Ging auch ganz gut in rund einer Stunde mit langsamem DSL, was ich leider habe.
Dann habe ich das Kompatibilitätspaket für Versionen von Microsoft Word vor Word 2007 heruntergeladen und installiert (Internetadresse siehe ebenfalls letzte Woche). Ging ebenfalls gut und schnell. Dann habe ich den ODF-Konvertierer für Microsoft Word (“ODF Add-in for Microsoft Word”) heruntergeladen. Die Internetadresse ist unten angegeben. Die Installation war ebenfalls problemlos. Das Microsoft-Kompatibilitätspaket wird vom ODF-Konvertierer benötigt, um zu funktionieren. Nun ist ganz oben im Word-Menü “Datei” ein Eintrag zum Speichern des geöffneten Textes im Format ODF zu sehen.
Also, soweit so gut. Allerdings befindet sich der ODF-Konvertierer für Word noch in den Kinderschuhen beziehungsweise hat vielleicht erstmal barfuß laufen gelernt. Einfache Texte werden problemlos gelesen und abgespeichert. Sobald aber Grafiken, Fußzeilen oder sonstige Objekte in einem Word-Dokument sind, ist die in Word erzeugte ODF-Datei sehr fehlerhaft. Es ist da wohl besser, ein Word-Dokument in OpenOffice.org zu öffnen und dort als ODF abzuspeichern.
Bis man dort sagen kann: “100 % kompatibel”, wird es wohl noch etwas dauern. Vielleicht sollte man gar nicht so lange warten und gleich auf Freie Programme umsteigen. Wenn ein Freund oder eine Freundin ein Word-Dokument schickt, könntest du vielleicht darauf hinweisen, dass es andere und bessere Alternativen gibt: OpenOffice.org und KWord sind für Texte gut geeignet. Falls jemand trotzdem — oder außerdem — Microsoft Word benutzt, würde ich raten, den Konvertierer zu installieren. Man weiß ja nie.
Hier kann das Programm heruntergeladen werden, mit dem Microsoft Word mit ODF-Dateien umgehen kann (Office XP = Office 2002; die Seite wurde übrigens bei mir unter Konqueror fehlerhaft angezeigt, in Firefox okay)